Der Eisenschimmel

Seit vierzehn Jahren wütet der Dreißigjährige Krieg. Das Land ist zerrissen zwischen dem katholischen Kaiser in Wien und den protestantischen Reichsfürsten. Mitten in diesem Chaos stehen zwei titanische Figuren, deren Schicksale sich nun kreuzen werden.

Einmal Gustav II. Adolf von Schweden ist die militärische und religiöse Galionsfigur der Protestanten. Überhöht, stilisiert und angebetet. Sein Feldzug hat die kaiserlichen Armeen mehrfach gedemütigt. Er kommt, vordergründig, um den Krieg zu beenden und das protestantische Deutschland zu retten. Tatsächlich geht es ihm um die Macht im Ostseeraum, und dazu ist ihm jede Schwächung des alten Reichs nur recht.
Und dann Albrecht von Wallenstein. Der geniale, aber rätselhafte kaiserliche Generalissimus ist der einzige Mann, der Gustav Adolf militärisch gewachsen ist. Er führt seine Armee in die strategisch wichtige Region um Leipzig, um den Kurfürsten von Sachsen zum Abfall von den schwedischen Verbündeten zu zwingen. 

Beide Armeen belauern sich Mitte November, doch keiner wagt den ersten Schritt. Denn allen ist klar: Das würde eine Schlacht bedeuten.

Und doch will der ungestüme Gustav Adolf noch vor Jahresfrist die Entscheidung erzwingen. Er sammelt seine Truppen und bewegt sich auf Wallenstein zu. So stehen sich kurz darauf die beiden größten Armeen Europas gegenüber, beide dazu verdammt, den Tanz miteinander zu wagen, gleich wie es enden mag.

Der Schwede muss kämpfen, um seine Reputation im Reich und unter den Fürsten zu wahren. Obendrein steht die Koalition mit dem protestantischen Fürsten auf dem Spiel, auf dessen Unterstützung der Schwede angewiesen ist.
Wallenstein muss sich der Situation stellen, will er nicht in Ungnade beim Kaiser fallen. Schon einmal hatte man ihn auf Drängen des Wiener Hofes abgesetzt. Aber jetzt, mit dem neuen Generalat versehen, geht er wieder den eigenen Weg, der nicht jedem schmeckt. Er muss sich beweisen.