Mars und Vanitas
Nach Wallensteins Ermordung Februar 1634 hatte Erzherzog Ferdinand von Ungarn von seinem Vater, Kaiser Ferdinand II., das Kommando über die ehemals wallensteinische Armee erhalten. Mit dieser rückte Ferdinand gegen die schwedischen Invasoren in Süddeutschland vor. Die Stadt Nördlingen war 1635 das Mittelzentrum der schwedischen Truppenkontingente. Hier wollte er ansetzen.
Aus dem Süden marschierte zugleich die Armee seines gleichnamigen Vewandten, des spanischen Infanten Ferdinand, heran und querte Süddeutschland auf dem Weg nach Flandern, den Spanisch-Niederlanden. Und beide Armee sollten bei Nördlingen zusammentreffen, um gemeinsam gegen die "schwedische Pest", wie man es nannte, vorzuhen.
Nördlingen selbst war keinesfalls strak befestigt worden. Die der Schlacht vorausgehende Belagerung dauerte kaum vier Wochen. Und doch hatte die Bürger der Stadt sehr schnell mit Hunger und Seuchen zu tun, alles befödert durch das warme Wetter gegen Ende August 1635.
Die unausweichliche militärische Auseinandersetzung zwischen den spanisch-habsburgischen Truppen und ihrer schwedisch-sächsichen Kontrahenten unter Gustaf Horn und Bernhard von Weimar stand von Anfang an zugunsten der beiden Ferdinands: an Mannstärke doppelt versehen, waren die erst später ankommenden Spanier ausgeruht. Die schwedische Seite hingegen musste sich erst aus leuter kleinen Truppenteilen zu einer Armee formieren, was Zeit kostete und die Logistik arg beanspruchen sollte. Man erghing sich in vielfachen Drohgebärden den Kaiserlichen gegenüber, wenngleich auch kaum wirklich etwas dahinterstand. Trotzdem blieben die beiden Ferdinands wachsam.
Als aber bekannt wurde, dass ein Bürger der Stadt, den man "Weckerlin" nannte, es immer wieder schaffte, den Belagerungsring der Kaiserlichen hinaus wie auch hinein zu durchbrechen, um geheime Nachrichten zu überbringen, gingen die Kaiserlichen schnell zum Antritt über und verlagerten das andtehende Treffen auf das Plateau des Schönefelds, südlich der Stadt.
Und dort erwarteten sie den Gegner.